Über Psychotherapie


„Das Unmögliche ist nur ein anderer Name für das, was wir noch nicht gesehen haben.“

Deepak Chopra


 Indikation: Wann ist eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll?

Eine Behandlung durch gut ausgebildete Psychotherapeuten ist sicher dann sinnvoll, wenn Sie an Ihren Beschwerden leiden oder durch diese in Ihrem Alltag eingeschränkt werden.

Die Forschung zeigt, dass die Menschen im Schnitt 7 Jahre an einer psychischen Störung leiden, bevor sie sich in Behandlung geben. Das ist schade, denn generell gilt, dass eine Behandlung umso einfacher ist, je eher sie beginnt.

Und: Psychotherapie weist gute Ergebnisse auf bei allen Arten von Ängsten, leichten bis mittelschweren Depressionen, Zwangserkrankungen, psychosomatischen Beschwerden, Schmerzbewältigung, Traumata, Schlafstörungen, Schüchternheit, interpersonalen Problemen, Stressbewältigung und bei vielem mehr.

Doch woher weiss ich, dass meine Probleme mit einer Psychotherapie behandelt werden können? Die erste Ansprechsperson ist üblicherweise der Hausarzt. Er stellt die Diagnosen und kennt oft die optimale Behandlung. Eine Alternative ist, sich bei einem Psychotherapeuten zu melden und in einem Erstgespräch herauszufinden, ob Ihre Beschwerden einen Namen haben, ob Psychotherapie indiziert ist und ob die Chemie mit dem Therapeuten stimmt. Wenn Sie wissen, woran Sie leiden, ist es oft auch sinnvoll, sich in Fachbüchern oder im Internet über erfolgversprechende Therapien zu erkunden.


„Die wichtigste Voraussetzung zur Zufriedenheit ist, dass ein Mensch das, was er ist, auch sein will.“

Erasmus von Rotterdam


Was ist Psychotherapie?

Es gibt heute unzählige verschiedene Formen von „Psychotherapie“. Allen gemeinsam ist, dass sie Hilfsmittel darstellen, damit Sie selbst aktuelle, problematische Erlebens- und Verhaltensweisen verändern können.

Die Zugangsweisen und theoretischen Überlegungen dahinter sind jedoch sehr unterschiedlich. Plakativ und stark vereinfacht lassen sich die Ansätze folgendermassen unterscheiden (die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit; die genannten Autoren waren für die Gründung der Ansätze wichtig, in der Zwischenzeit sind natürlich viele neue grosse Namen dazu gekommen):

  • Psychodynamische / psychoanalytische Ansätze: Durch freies Assoziieren kann versucht werden, auf un(ter)bewusste Konflikte und Überzeugungen zu kommen, welche aus dem Kindes- und Jugendalter stammen und die es dann zu verändern gilt. Bekannteste frühe Autoren: S. Freud, C G. Jung, A. Adler
  • Verhaltenstherapeutische Ansätze: Das eigene Erleben und Verhalten wurde gelernt und kann damit auch wieder umgelernt werden. Wichtige Autoren: M. Seligman, I. Pawlow; J. Watson, B. F. Skinner, J. Wolpe, F. H. Kanfer.
  • Kognitive Ansätze: Das Denken prägt unser Erleben und Verhalten. Eine Veränderung im Denken sollte also auch ein anderes Erleben und Verhalten zu erzeugen vermögen. Wichtige Autoren: A. T. Beck, A. Ellis.
  • Humanistische/Klientenzentrierte Ansätze: Wichtig ist ein Gesprächsklima, das geprägt ist von unbedingter positiver Wertschätzung, Empathie und Echtheit des Therapeuten. In diesem Klima wird es Patienten möglich, sich selbst zu betrachten und sich zu verändern. Wichtige Autoren: C. Rogers, F. Perls.
  • Körperpsychotherapeutische Ansätze: Alles was im Leben passiert, löst eine Reaktion im Körper aus und wird darin gespeichert. Der Körper kann deshalb auch als Ansatzpunkt für die Klärung und Bewältigung von persönlichen Problemen eingesetzt werden. Wichtige Autoren: A. Lowen, W. Reich.
  • Systemische/Familientherapeutische Ansätze: Alle psychischen Probleme finden in einem interpersonalen Kontext statt. Oft sind also psychische Probleme ein Hinweis, dass das Zusammenleben mit wichtigen Anderen (Partnern, Eltern, Kindern, weiterer Familie, Freunden, etc.) problematisch und belastend ist. Folglich sind die problematischen Beziehungen und Rollenbilder zu verändern. Wichtige Autoren: P. Watzlawik, V. Satir, S. Minuchin, J. Willi, M. Selvini Palazzoli.
  • Energetische Psychotherapie-Ansätze: Diese können als Weiterentwicklung der Körperpsychotherapie angesehen werden. Auf der Basis der fernöstlichen medizinischen Ideen von Energiebahnen und Chakren, sowie der neueren Erkenntnisse der Quantenphysik wurden neue, unkonventionelle Verfahren entwickelt, die verblüffende Ergebnisse vorweisen können. Solche Ansätze sind z.B. Emotional Freedom Technique EFT (R. J. Callahan; C. Craig), The Healing Code (A. Loyd & B. Johnson), Quantenheilung (F. Kinslow).

„Bei einer Therapie geht es nicht nur um die Heilung alter Wunden und die Lösung emotionaler Schwierigkeiten. Der geschickte Psychotherapeut benutzt die Sprache auch, um zu inspirieren, die Wahrnehmung neuer Möglichkeiten zu eröffnen, einschränkende Überzeugungen zu widerlegen und das Selbstbild so zu erweitern, dass schlummernde Potenziale aufblühen können.“

David Feinstein


Wie merke ich, dass ich am richtigen Ort bin?

Zentral für eine psychotherapeutische Behandlung ist, dass der Kontakt mit dem Behandelnden angenehm ist, dass also „die Chemie stimmt“. Wenn Sie sich nicht verstanden, nicht akzeptiert, nicht gut aufgehoben fühlen und nicht vertrauen können, dann sind Sie auch bei „guten“ Therapeuten falsch. Darum: vereinbaren Sie ein Erstgespräch und lassen Sie es kritisch auf sich wirken. Wenn es für Sie nicht passt, wechseln Sie den Behandler.

Wie arbeitet der Therapeut? Lassen Sie sich über das Vorgehen aufklären, den theoretischen Hintergrund kurz umreissen und die Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Passt Ihnen das, macht es für Sie Sinn, bekommen Sie ev. sogar Lust, möglichst schnell zu beginnen? Dann sind Sie richtig.

Schlussendlich spielt auch die Bezahlung immer eine wichtige Rolle. Klären Sie ab, ob die Krankenkasse einen Teil der Kosten übernimmt:

  1. über die Zusatzversicherung bei – von der Santésuisse anerkannten – psychologischen Psychotherapeuten oder
  2. die Gesamtkosten abzüglich Selbstbehalt bei einer medizinischen Psychotherapie durch einen Psychiater bzw. bei delegierter Psychotherapie, oder
  3. ob Sie es selbst bezahlen müssen. Im letzeren Fall ist zu überlegen, wie und wieviele Sitzungen pro Monat Sie finanzieren können.

Die Krankenkassen finanzieren einen Teil der Sitzungen bei mir via Zusatzversicherung (Alternativmedizin). Ich bin auf der Liste der Santésuisse als anerkannter Psychotherapeut FSP. Allenfalls müssen Sie sich vom Hausarzt ein Überweisungsschreiben organisieren, das variiert von Krankenkasse zu Krankenkasse. Bitte klären Sie das mit Ihrer Kasse vorgängig ab.


„Der Mensch wird am Du zum Ich.“

Martin Buber